Elektroinstallation in einem Holzhaus
Unsere Elektroinstallation ist nicht besonders umfangreich, eigentlich Standard. Der Zeitbedarf ist allerdings durch den Wandaufbau gewaltig gewesen: Außen- wie Innenwände bestehen von innen gesehen aus Gipskartonplatte auf OSB-Platte. Die Innenwände (15 cm dick) haben Steinwoll-Platten von 5 cm Dicke im 10 cm Hohlraum. Zwischen der 20 Zentimeter dicken Steinwolle der Außenwand und der GK/OSB-Platte ist natürlich eine Folie.
Hier mal beispielhaft die notwendigen Arbeitsschritte um das Licht im Wohnzimmer später einschalten zu können:
- Bohren eines 68mm Loches durch die GK- und OSB-Platte in ca. 110cm Höhe. Um in der Außenwand die Folie nicht zu beschädigen ist auf den letzten Millimetern ständiges Absetzen der Bohrmaschine und “Druckprüfung” der OSB-Platte gefragt, die bleibt leider sehr lange stabil und man merkt dann nicht, dass sie schon fast “durch” ist.
- Wenn der OSB-Kreis schon leicht wackelt, Bohrmaschine zur Seite, dicke Schraube in die Mitte der Scheibe drehen und damit vorsichtig den Kreis herausbrechen. Auf diese Weise gelingt es fast völlig, ohne die Folie zu beschädigen, nur das kleine Loch durch den Zentrierbohrer bleibt.
- Zehn Zentimeter über dem Rohfußboden und direkt unter dem geplanten und eben gebohrten Schalter ein 40mm Loch bohren, ebenfalls mit einem Lochbohrer und der oben beschriebenen “Technik”.
- Mit einem dicken Holzbohrer an der geplanten Lampenposition von unten durch den Holzbalken (sichtbare Holzbalkendecke!) bohren.
- Stromkabel ablängen, Kabelrolle liegt beim Schalter, Kabel wird zum Schornstein gezogen (Installationsschacht). Dort wartet schon der Zugdraht der aus dem Dachgeschoss durch das 100er HT-Rohr nach unten gelassen wurde. Kabel wird befestigt und hochgezogen. Dort geht es dann auf dem Fußboden des Dachgeschosses bis zum Kinderzimmer, dem Raum über dem Wohnzimmer. Kabel wird durch das eben gebohrte Loch gesteckt. Jetzt hat man die Länge und kann das Kabel unten beim Schalter abschneiden.
- Schutzrohr im Dachgeschosse vom Kinderzimmer bis zum Schornstein ablängen, Stromkabel reinstecken und Schutzrohr mit Schellen auf dem Rohfußboden (Holz) festschrauben.
- Schutzrohr im Erdgeschoss vom Schornstein bis zum Lichtschalter im Wohnzimmer ablängen, Kabel hinein und mit Schellen und Schlagbolzen auf dem Boden befestigen.
Kurzer Zugdraht vom oberen Loch (Schalter) zum kleinen Loch schieben, klappt im besten Fall beim zweiten Versuch, da die Folie durch die dicke Dämmung extrem dicht an der OSB-Platte anliegt - Stromkabel ( 3 x 1.5 ) mit dem Zugdraht noch oben zur Dose ziehen, dabei muss einer oben ziehen, der andere das Kabel nachdrücken.
- Beschriften, fertig und eine Menge Zeit ist rum
Ohne die von unserem Elektriker Marc Hepp geliehenen Werkzeuge wäre das alles gar nicht möglich gewesen! Wir haben das Kabeleinzugsystem KATI-Blitz und einen Fräskopf von Kaiser Elektro, passend zu unseren Hohlwanddosen, verwendet.
Am 5. September 2006 um 14:03 Uhr
Deshalb sollte beim Holzständerbau eigentlich immer eine separate Installationsebene vorgesehen werden. Die ist zwar erstmal teurer, spart aber einiges am oben beschreibenen Aufwand und garantiert eine dichte Gebäudehülle.
Am 6. September 2006 um 06:04 Uhr
Oder man verlegt die Kabel bevor man beplankt… Dann müssen nämlich nur noch die Dosen gebohrt und die Kabel rausgezogen werden…
Am 6. September 2006 um 07:18 Uhr
Wir haben lange überlegt wie wichtig uns eine Installationsebene ist. Haben uns trotzdem für diesen Wandaufbau entschieden: höchste Stabilität an jeder Stelle (Stichwort Wandschränke) und keinen Arbeitsaufwand mit der Beplankung.
Aber das Thema “Wandaufbau” ist wirklich ein Thema was jeder individuell für sich entscheiden muß…
In erster Linie wollte ich hier auch nicht über den Arbeitsaufwand “jammern”, dachte das diese detaillierte Beschreibung vielleicht für zukünftige Bauherren mit ähnlichem Wandaufbau nützlich sein könnte, ich habe damals nichts sinnvolles googeln können.
Am 23. Oktober 2009 um 11:03 Uhr
Wow, das macht ihr selber???
Am 19. März 2010 um 09:41 Uhr
sehr interessanter blog und hat mir echt weiter geholfen bzw jetzt weis ich das was ich wissen wollte
Am 5. August 2011 um 10:44 Uhr
Hi
Ja wirklich beeindruckend, dieser Aufwand und die Arbeitsmoral, hat sich aber wohl im Nachhinein wirklich gelohnt
Eine kurze Frage: Welches Elektromaterial habt ihr hier für die Installationen bevorzugt verwendet, also welchen Hersteller? Hattet ihr das Gefühl, dass das Preisleistungsverhältnis in Ordnung war?
Wünsche weiterhin ein problemloses und gemütliches Wohnen im (hoffentlich) Traumhaus.
Lg Chris
Am 31. Oktober 2011 um 15:38 Uhr
@ Chris
Wenn du hochwertige Hersteller Suchst kann ich dir besonders Busch-Jaeger und Regiolux ans Herz legen.
@ Bauherren
Auch von mir alles Gute, hoffen wir das es eine Weile hält