Stimmung auf dem Tiefpunkt

Wir hatten große Erwartungen an diesen Termin: Treffen im Baugebiet mit allen Beteiligten von unserer Seite (p+p Haus, Fa. Glotzbach und Baggerbetrieb Kinzenbach) sowie dem Bauamt und der Firma die die Erschließung zur Zeit durchführt.
Nach kurzer Zeit war klar, der Zeitungsbericht über den wir uns vor drei Wochen aufgeregt haben wird doch bittere Realität:

Durch paralell zur Erschließung stattfindenden Bauarbeiten der Bauherren wird die Erschließung behindert, das kostet Geld und letztlich auch unser Geld (Erschließungskosten). Da unser Grundstück nicht an einer schon vorhandenen Straße liegt ist sowieso keine Anfahrt mit LKWs möglich, die Baustraße muss erst fertig sein, es wird definitiv Juni!

Technisch mag das alles nachzuvollziehen sein, aber wir sind extrem enttäuscht, traurig und halsig. Wir haben uns im Sommer letzten Jahres eben auch aus Zeitgründen für diesen Bauplatz in unserem jetzigen Wohnort entschieden, uns gefällt es hier gut. Damals war von einer Erschließung im Herbst 2005 die Rede, okay für uns weil wir ja schnell loslegen wollten.

Vielleicht gehört diese Leichtgläubigkeit einfach bestraft: Wir haben den Aussagen der Gemeindeverwaltung vertraut, unsere Finanzierung fest gemacht, schön nett noch 2005 das Grundstück bezahlt…

Klar ist dieser Winter ungewöhnlich, aber jetzt einfach sämtliche Verzögerungen auf diesen zu schieben ist der blanke Hohn.

Gut, die Bank wirds freuen (hat eigentlich schon je einer ohne Bereitstellungszinsen gebaut?) und unsere Vermieter auch…

8 Reaktionen zu “Stimmung auf dem Tiefpunkt”

  1. Susanne

    Ui, das ist heftig! Wenn jetzt von “definitiv Juni” die Rede ist, kann es durchaus auch noch etwas später werden. Stand denn im Grundstückskaufvertrag ein Endtermin für die Erschließung drin? Das ist nämlich etwas, was ich während der Bauphase schon gelernt habe: immer alles schriftlich festhalten, dann kann man wenigstens Schadenersatz fordern, wenn’s dann nicht klappt… Für uns kam daher auch nur ein fertig erschlossenes Grundstück infrage.

    Wir zahlen zwar jetzt auch Bereitstellungszinsen, aber nur noch auf 30.000 Euro, die wir noch nicht abgerufen haben… :-)

  2. Anja

    Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Wir wollten Ende April einziehen, dann kam aber diese eine Behörde, wir warteten Monate auf die Baugenehmigung und fangen jetzt wohl nächste Woche überhaupt erst an zu bauen (brauchbares Wetter vorausgesetzt). Und die Bereitstellungszinsen, die wir ab nächster Woche zahlen müssen sind utopisch. Ihr seid also nicht allein mit dem Frust.

  3. Hans-Georg

    Von Verzögerungen kann ich auch ein Lied singen. Bei uns mussten Bäume abgeholzt werden um Platz für die Häuser zu schaffen. Jeder weiss, dass das nur in bestimmen Monaten möglich ist. Allerdings unser Bauträger bzw. seine Mitarbeiter nicht.
    Zur Finanzierung: Ich habe im Juni letzten Jahres abgeschlossen weil ich Sicherheit haben wollte. Meine Bank hat 12 Monate zinsfreie Bereitsteillung.

  4. Häuslebauer

    Zunächst mal: Glückwunsch zu der Bildauswahl, ich glaube, besser hättet Ihr Euren Gemütszustand nicht illustrieren können :-(

    Bereitstellungszinsen haben wir zum Glück nur für 2 Wochen für ein kleinen Teil der Kreditsumme gezahlt.

    Aber sehr das doch positiv: In der Zwischenzeit sind die Leitzinsen um 0,5% gestiegen, bis zum Jahresende erwarten alle einen weiteren Anstieg um 0,5%. Immer vorausgesetzt, Ihr habt einen Festzins bei langer Laufzeit vereinbart: Rechnet die in der Zwischenzeit eingetretene Zinserhöhung mal auf die Laufzeit, dann werden sich die Bereitstellungszinsen ziemlich schnell relativieren.

    Ausserdem: Nutzt die Zeit, um weiteres Eigenkapital zur Seite zu legen. Das könnt Ihr entweder als Sicherheit weglegen (Ihr werdet noch sehen, wie wertvoll ein gutes Poster sein kann) oder für vereinbarte Sondertilgungen einsetzen.
    Wenn der Trubel erst mal los geht werdet Ihr kaum noch eine Chance bekommen, Sicherheitskapital anzuhäufen. Dann schmilzt die Kohle rasant…

    Also: Kopf hoch. Genießt die Vorfreude! (

  5. Francisco

    Das ist wirklich ärgerlich und vielleicht hilft es euch, wenn ich etwas Positives (soweit möglich) rausstelle: die Bereitstellungszinsen sind immer deutlich niedriger, als die Zinsen, die für bereits abgerufene Darlehensteile anfallen. Was ich damit sagen will: seid froh, daß es vorher und nicht mitten in bzw. zum Ende der Bauphase ist.

    Habt ihr denn seitens der Gemeinde eine schriftliche Bestätigung zum Fertigstellungs-Termin der Erschließung oder ist das auch nur mündlich mitgeteilt worden ? Vielleicht könnt ihr ja mit der Gemeinde verhandeln z.B. in Sachen Grundsteuer o.ä.

    Viel Erfolg !

  6. Arne

    @Francisco: Natürlich haben wir alle Terminzusagen nur mündlich, ärgert mich jetzt auch. :-(
    Mal sehen wie die Gemeinde reagiert, wir haben denen jetzt mal einen netten Brief geschrieben, mündlich mache ich da jetzt gar nichts mehr!

  7. Weimerhohl 7 » Blog Archive » Auf einmal geht alles ganz schnell

    […] Nachdem wir uns ja vor etlichen Wochen auf einen Baubeginn im Juni eingestellt hatten, kam der gestrige Anruf der Gemeindeverwaltung mehr als überraschend: […]

  8. Micha

    Puh, Glück gehabt.

    In meinem Grundstückskaufvertrag versichert der Verkäufer (öffentliche Hand) Erreichbarkeit und Baumedienversorgung zu einem bestimmten Termin, sowie den Rückbau derselben, wenn die Straßen soweit hergestellt sind. Auf der anderen Seite ist auch keine Vertragsstrafe integriert für den Fall, dass das nicht zutrifft.
    Aber die Zuversicht der Stadt scheint auch daran zu liegen, dass so gut wie alle Grundstücke verkauft sind (bei euch ja leider nicht) und dass die Entwicklungsmaßnahme Ende nächsten Jahres beendet sein soll.

    Man muß bedenken: Die Stadt/Land/Bund hat hier mit einem entsprechenden Gremium einen Standard Vertragsmantel genehmigt, der nicht so einfach (wenn überhaupt) ergänzt werden kann. Denn das hätte wieder langwierige Genehmigungs/Prüfverfahren zur Folge. In sofern habe ich mit mit dem Vetrag abfinden (müssen).

    Trotzdem alles Gute, dass es bald losgeht.

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